24.01
2018

„Autismus und ADHS – was ist eigentlich normal?“

Unter dem Titel „Autismus und ADHS: Zwischen Normvariante, Persönlichkeitsstörung und neuropsychiatrischer Krankheit“ referierte kürzlich der international renommierte Experte Professor Dr. Ludger Tebartz van Elst vor über 400 Zuhörern in der Aula des Berufsbildungswerk Neckargemünd. Der Bruder des aus den Medien bekannten Bischoffs ist als Professor an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und als leitender Oberarzt am Uniklinikum Freiburg tätig.

Wie schon ADHS zuvor erfährt Autismus wachsende gesellschaftliche Aufmerksamkeit. Schon mehren sich die Stimmen, er werde zu einer so genannten Modediagnose, ein Phänomen, bei dem jede ausgeprägte Eigenschaft sofort mit dem Label einer Krankheit versehen wird.

Doch welche Abweichung vom gesellschaftlichen Durchschnittswert macht psychische Ausprägungen überhaupt zur Krankheit? Anders gesagt: Wer entscheidet eigentlich, wo „normal“ endet und ab wann ein Mensch als krank oder beeinträchtigt gilt?

Van Elst wies in seinem Vortrag zunächst darauf hin, dass der Normbegriff lediglich im Bereich der Statistik einem Anspruch auf universelle Gültigkeit hat. So genannte „gesellschaftliche Normen“ hingegen seien menschgemachte, normative Konstrukte, die nur dazu dienen menschliches Verhalten zu beeinflussen und das Zusammenleben zu erleichtern.

In Videobeispielen zeigte er typische Alltagssituationen, die Menschen innerhalb des autistischen Spektrums vor nahezu unlösbare Probleme stellen. Trotz teils außergewöhnlicher analytischer Intelligenz, bleiben ihnen implizite, soziale Informationen oft verborgen. Missverständnisse mit Menschen außerhalb des Spektrums sind vorprogrammiert.

Van Elst‘ Ziel ist es, seinen Zuhörern psychische Phänomene zwischen Normalität, Abweichung und Krankheit zu näherzubringen, aufzuklären und dadurch Ängste und Vorurteile abzubauen.

„Insbesondere unser hauseigenes Team von Autismus - Fachberatern ist stolz mit van Elst eine internationale Größe des Forschungsgebiets für einen Vortrag in  Neckargemünd gewinnen zu können“ freut sich auch Sascha Lohwaßer, Mitglied der Geschäftsleitung des Berufsbildungswerks. „Seine Expertise unseren Mitarbeitern und Partnern zur Verfügung zu stellen, ist für unser Unternehmen ein weiterer Baustein auf dem Weg zum Kompetenzzentrum für Autismus-Spektrum-Störungen.“ 

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