17.08
2020

Entwicklung digitaler Sozialkompetenz in der Berufsausbildung via E-Learning

Mobile E-Learning Plattform

Im Zuge der Digitalisierung wandeln sich Berufsprofile und Anforderungen an Mitarbeiter. Diese Veränderungen haben Auswirkungen auf die berufliche Ausbildung. Die Novellierung vorhandener und die Entstehung neuer Ausbildungsordnungen sollen der digitalen Transformation Rechnung tragen. Die Entwicklung digitaler Sozialkompetenz setzt eine virtuelle soziale Umgebung voraus. Das bedeutet, dass die eingesetzten digitalen Medien realitätsnahe Arbeitsaufträge und den aktiven und kooperativen Austausch mit anderen Personen ermöglichen müssen.

Mit webbasierten Learning-Management-Systemen können diese Merkmale und Anforderungen zusammengeführt werden. Moderne Learning-Management-Systeme verfügen über vielfältige Tools, die je nach Kontext der Aufgabe oder des zu lösenden Problems unterschiedlich eingesetzt oder kombiniert werden können. Lerninhalte und Daten können in verschiedenen Formaten, wie Text, PDF, Pod- oder Vodcast einzelnen Teilnehmern oder Gruppen zur Verfügung gestellt werden. Mit integrierten Funktionen zum Aufzeichnen und Bereitstellen von Audio- oder Videonachrichten können Informationen schnell und einfach ausgetauscht werden. Blogs, Wikis, Foren und Chats ermöglichen die Bearbeitung gemeinsamer Projekte und das Teilen von Wissen.

Entwicklung digitaler Sozialkompetenz erfordert ein entsprechendes Bildungskonzept. Wie ein solches Konzept aussehen kann, wird am Beispiel des Virtuellen Berufsbildungswerks Neckargemünd erläutert.

Seit dem Jahr 2000 können junge Menschen über E-Learning eine Berufsausbildung in einem anerkannten Beruf absolvieren. Die Auszubildenden arbeiten wie Homeoffice-Mitarbeiter von zu Hause mit Ausbildern, Lehrern und anderen Auszubildenden über verschiedene virtuelle Plattformen zusammen. Der Berufsschulunterricht und die Unterweisungen in der Praxis finden zu festgelegten Schul- und Arbeitszeiten über ein Online-Konferenzsystem statt. Auszubildende, Ausbilder oder Lehrer treffen zu den vereinbarten Zeiten dort ein. Hausaufgaben werden besprochen, Feedbackgespräche finden statt, mittels verschiedener Medien wird in neue Themen eingewiesen und Arbeitsaufträge verteilt. Auszubildende können Fragen stellen und sich mit anderen Auszubildenden in Lern- oder Arbeitsgruppen organisieren.

Begleitend zu den sozial-kommunikativen Settings im Online-Konferenzsystem werden Lernmaterialien in unterschiedlichen Formaten, z. B. als PDF-Dokument oder Lernvideo in einem Learning-Management-System zur Verfügung gestellt. Auch hier haben die Auszubildenden die Möglichkeit der Vernetzung und des interaktiven Austauschs, wie oben beschrieben. Die praktische Ausbildung wird realitätsnah abgebildet. Für die Bearbeitung von Arbeitsaufträgen und Projekten authentifizieren sich die Auszubildenden via Internet in einem Cloudsystem und einem Firmennetzwerk und können so auf gemeinsame Ressourcen, wie Verzeichnisse und Software zugreifen.

Der tägliche Umgang mit Fernzugriff auf Firmendaten fördert das Verständnis für Datensicherheit und IT-Infrastrukturen. Während der Ausbildungszeiten sind die Online-Konferenzräume offen, d. h. die Auszubildenden können zwischen den Räumen wechseln und bei Fragen oder Problemen den Sachverhalt mit den anderen Auszubildenden oder einem Ausbilder besprechen. Vergleichbar ist dies mit Büros in einem Unternehmen. Hier zeigt sich deutlich, dass die Fähigkeit zu Kommunikation und Kooperation die gleiche Bedeutung haben wie in der realen Welt. Auch im virtuellen Raum muss ein Arbeitsklima herrschen, dass zielgerichtetes Lernen und Problemlösen ermöglicht. Auszubildende müssen sich auch im virtuellen Raum gegenüber Kollegen, Lehrern und Ausbildern sozial verhalten und adäquat in ihrem jeweiligen beruflichen Kontext agieren.

Selbst Auszubildende, die aufgrund körperlicher oder psychischer Beeinträchtigungen in der verbalen Kommunikation eingeschränkt sind, können durch die Vielfalt an digitalen Tools am Unterrichts- und Ausbildungsgeschehen partizipieren und so ihre sozialen Kompetenzen stärken. Ein weiterer wesentlicher Aspekt für die Kompetenzentwicklung im digitalen Raum ist die Berufsschule als wichtiger dualer Partner der Berufsausbildung. Hier besteht häufig ein Ungleichgewicht in der technischen Ausstattung zwischen Betrieb und Schule.

Im Virtuellen Berufsbildungswerk Neckargemünd können Ausbilder und Lehrer auf eine gemeinsame Infrastruktur mit einheitlichem Qualitätsstandard zurückgreifen und so Potentiale der Lernortkooperation effektiv nutzen.

 

Auszug aus dem Fachbeitrag von Anja Wehking, Teamkoordinatorin für den Bereich E-Learning am SRH Berufsbildungswerk Neckargemünd, in der Zeitschrift "Die berufliche Rehabilitation", hsg. v. Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke, 33. Jahrgang, Heft 4. HIER zum vollständigen Beitrag (PDF).

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